Vorsicht bei kostenlosen Produktproben

Als “kostenlos” deklarierte Produkte gibt es heutzutage wie Sand am Meer. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen oftmals seriös wirkenden Angeboten? Besser noch: Wer verbirgt eigentlich dahinter?

Nehmen wir das Beispiel der ehemaligen Firma “probenbutler.de”. Hier wurde farbenfroh damit geworben monatlich und kostenlos (so schien es zu mindest) Produktproben verschiedener Hersteller zugesandt zu bekommen. Ein verlockendes Angebot. Bei Interesse klickte man auf den Button “Jetzt kostenlos Anmelden”, gab seinen Namen, E-Mail Adresse und Anschrift an und wartete auf die ersten Proben. Und wartet und wartet und wartet…

Das einzige, was man jedoch erhielt, waren diverse Rechnungen – gefolgt von Zahlungserinnerungen und Mahnungen per E-Mail. Der Inhalt dieser Schriftstücke war für viele zunächst einmal nur Spam der in die berühmte Ablage “P” gehörte. Nach der jedoch zum 10. Mal ausgestellten Mahnung wurden selbst erfahrene Benutzer stutzig und öffneten diese Mails. Der Inhalt:

Ihre Rechnungsnummer Rech-PB00531

Guten Tag Herr XXX

am 2005-10-13 haben Sie (mit der IP XX.XX.XX.X) sich bei unserem Produktprobeneintragungsdienst ProbenButler.de angemeldet. Dadurch erhalten Sie die Möglichkeit ohne Zeit- und Kostenaufwand tauschende von Produktproben zu erhalten!

Hier erhalten Sie nun die Rechnung. Die Zahlungsfrist beträgt 10 Tage.

Bitte überweisen Sie folgenden Betrag: 84,00 Euro

auf das Konto:

Kontoinhaber: Philipp Klinz
Konto: 1011506811
BLZ: 59450010
Bank: Sparkasse Saarpfalz
IBAN: DE65594500101011506811
SWIFT-BIC: SALADE51HOM

. Als Verwendungszweck geben Sie bitte Ihre ProbenButler.de-Rechnungsnummer (PB-00531) an.

Im Mailanhang finden Sie die Rechnung im PDF-Format.

Dabei hatte man doch gar nichts bestellt. Oder etwa doch? Bei genauem Hinsehen in den AGB der Firma probenbutler.de stellte man nun fest, dass man sich zu einem 24-monatigen Vertrag zu insgesamt 168,00 Euro verpflichtete. Jede Beschwerde war zwecklos. Laut WISO Bericht reagierten weder Herr Klinz noch irgendeiner seiner Mitarbeiter auf schriftliche Anfragen oder Telefonanrufe. Wie auch? Schließlich schien “ProbenButler.de” eine Briefkastenfirma zu sein. Briefkästen können nicht selbstständig antworten. Denn mehr als eine Scheinfirma fanden die Reporter von WISO bei ihren Recherchen nicht vor.

Außer diversen Briefen des Inkassounternehmens Hochwald gab es nun keinerlei Rückmeldung mehr zu diesen Fällen. Unserer Meinung nach ergaunerte sich Herr Klinz durch diese Einschüchterung vieler unerfahrener Internetnutzer mehrere Hunderttausend Euro.

Was wir hierbei nur raten können: Organisieren Sie sich einen Rechtsschutz und reagieren Sie keinesfalls durch irgendwelche Zahlungen an solche Unternehmen. Laut den unterschiedlichen Erfahrungen diverser Benutzer werden Sie auch nach Jahren weder eine Gegenleistung erhalten noch irgendwann einmal wieder was von diesen beiden Unternehmen hören.

Weiterführende Links zu diesem Thema:

ZDF – WISO ermittelt
Netzeitung
Computerbetrugsforum

Eine Reaktion zu “Vorsicht bei kostenlosen Produktproben”

  1. Gudder

    Wenn man die AGBs vorher durchliest sollte das Problem nicht bestehen. Eine Methode kann auch sein das man nur Produktproben von Namenhaften Herstellern bestellt, da geht garantiert nichts schief.

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